Aufenthaltsgenehmigung? Ganz schön viel Papierkram!

Natürlich bin ich nach dem missglückten Empfang in Bodrum nicht sofort wieder nach Deutschland geflogen! Stattdessen bin ich nach einer schwülen, schwitzigen Nacht am nächsten Morgen frohen Mutes auf die Bodrumer Gemeinde gelaufen, um die notwendigen Schritte für meine Aufenthaltsgenehmigung in Angriff zu nehmen.

Auf der Gemeinde bekam ich mit der Hilfe vieler verschiedener Menschen für eine Gebühr von 3,- TL ein Dokument ausgestellt, in der ich mich quasi bei der Stadt für eine einjährige Aufenthaltsgenehmigung bewerbe.

Mit diesem Zettelchen bin ich frohen Mutes zur Hafenpolizei gegangen, die hier in Bodrum für die Anträge zuständig ist. Ich war auch zu den passenden Sprechzeiten für Bewerber da, der einzige englischsprachige Polizist aber nicht! Also musste ich zurück nach Hause gehen und erstmal meine erste Dusche des Tages nehmen.

Gegen 13 Uhr Mittags bin ich erneut los, denn um 14 Uhr sollte der Polizist da sein. War er auch! Ein wenig gestresst, aber nicht unhöflich, erklärte er mir, ich bräuchte noch folgende Dokumente:

  • Mietvertrag,
  • eine Kopie meines Reisepasses,
  • eine türkische Steuernummer,
  • sowie den Nachweis über 6000 TL als Grundlage dafür, dass ich hier etwas zum Überleben hätte

Die Gebühren betragen 135,- TL sowie 149,- TL für das kleine Büchlein, wo der Stempel reinkommt. Kleiner, teurer Spaß. Vor allem das mit den 6000 TL bereitete mir Kopfzerbrechen. Ich hätte das Geld auch in bar an einer Wechselstube umtauschen können. Wichtig wäre gewesen, dass auf der Wechselquittung mein Name steht. Aber wer will schon mit 6000 TL in der Tasche rumlaufen.Da ich sowieso früher oder später ein Bankkonto benötige, entschloss ich mich, auf die nächste türkische Bank zu gehen und zu fragen, wie man ein Konto eröffnen könnte. Dies ging ebenfalls fix und relativ ohne Probleme: „Sie brauchen nur eine türkische Steuernummer.“

Da es nun schon wieder nach 15 Uhr war, entschloss ich mich, den Weg zur Steuerbehörde am nächsten Morgen, sehr früh anzutreten. Mein englischer Nachbar hatte mir zudem auch schon so einige Horrorstories darüber erzählt, wie lange es bei ihm gedauert hätte. „We were there for about two hours.“

Am nächsten Morgen machte ich mich um 9  Uhr auf Richtung Steuerbehörde. Da meine Vokabelkenntnisse in diesem Bereich unterentwickelt sind, blieb mir nichts anderes übrig, als  mich einfach ohne an der Reihe zu sein an den Tresen zu stellen und zu fragen, wer den Englisch sprechen würde. Ein junges Mädchen hatte das Pech, die einzige zu sein. Aber während sie noch eine andere Kundin bediente, half sie auch mir und innerhalb von 15 Minuten hatte ich meine türkische Steuernummer. 

Mit der bin ich dann wieder zurück zur Bank und habe innerhalb von weiteren 45 Minuten ein türkisches Bankkonto eröffnet. Sehr nettes Personal!

Jetzt warte ich darauf, dass meine Überweisung aus Deutschland auf dem Konto ankommt. Dann brauche ich nur noch einen Auszug und kann wieder zur Hafenpolizei. Dann muss ich noch die ganzen Gebühren bezahlen und dann, nach einer Wartezeit von zwei Wochen, dürfte zumindestens meiner Aufenthaltsgenehmigung nichts mehr im Weg stehen.

Was wollte ich mir als inneres Kredo immer vorbeten: „Selbst wenn es am Ende nicht funktioniert, ein Abenteuer ist es allemal!“

Ich habe übrigens in diesen 2 Tagen mindestens fünf mal geduscht!

Aber ganz ehrlich: Es ist nicht so schön, dass hier alles alleine zu machen. Die meisten, die ich beobachtet habe, waren mindestens zu zweit.

Mein Hinweis an alle, die das auch vorhaben: Geht zuerst zur Ausländerpolizei! Die geben einem die notwendigen Informationen, was man benötigt. Aber: nachfragen, nachhaken und wirklich, wirklich tolerant sein. Im Prinzip hab ich eins festgestellt: Es gibt zwar eine Struktur und einen Prozess, den kann man aber auch „locker“ auslegen. Und irgendwie, helfen einem irgendwelche Leute, die irgendwie eine Kleinigkeit wissen. Und dann geht es … irgendwie.

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German woman ... totally normal and actually very boring but a bit adventurous lives in Turkey alone. Experiment! Will she survive, integrate or what?
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